Die Kunst des Preisverstehens: Was zahlen Sie wirklich, wenn Sie Kunst kaufen?

Die Kunst des Preisverstehens: Was zahlen Sie wirklich, wenn Sie Kunst kaufen?
klar ist Nichts ist umsonst!
 Zugegeben, Geld ist immer ein heikles Thema. Alle wollen es, kaum jemand hat es . Und alles kostet Geld .

Doch genau deswegen möchte ich mit ihnen über das Geld sprechen. Bzw. ihnen eine Vorstellung davon geben, was sie letzten Endes bezahlen.

Zugegeben, auch für mich sind Preise oft nicht nachvollziehbar, erst recht, wenn sie so stark variieren wie in der Kunstszene.

Nun, das wird sich wahrscheinlich nie ändern. Na ja, die nachfrage bestimmt den preis des angebotenen. Zumindest, wenn es um Unikate, also Einzelstücke in der Kunstwelt originale geht.  Anders als bei den Meisten werden nur wenige Künstler für ihre Zeit bezahlt. Sonst könnten sie das eventuell nach bezahlen. Und hier untertreibe ich nicht!

Es ist leider so.. Dass der Künstler bzw. Maler von allen, die je an einem Werk Geld verdienen, meist das wenigste verdient.

Was ja an sich schon ziemlich unfair ist.

Trotzdem würde man sich sicher besser fühlen, wenn man eine Ahnung davon hätte, wofür man den überhaupt bezahlt.  

Was zahlen sie denn nun, wenn Sie Kunst kaufen

Wenn Sie Kunst kaufen, fragen Sie sich vielleicht, wofür genau Sie bezahlen. Kunst, insbesondere Gemälde, ist zunächst einmal ein Produkt. Bei Produkten fallen Kosten für…

-Material, Herstellung, Platz (Atelier), Vertriebskanäle, Werbung an. 

Auch wirkt sich der Künstlernamen (Markenname), sowie Qualität und Nutzen  üblicherweise auf den Preis eines Produktes aus .

Die Beurteilung von Qualität und Nutzen bei Kunstobjekten kann jedoch relativ und subjektiv sein.

 

„Um als Kunstwerk anerkannt zu werden, darf es keinen unmittelbaren praktischen Nutzen haben. Dies bedeutet nicht, dass es nutzlos oder zwecklos ist, sondern vielmehr, dass es nicht für einen bestimmten Gebrauchszweck wie beispielsweise ein kunstvoll gestaltetes Möbelstück verwendet werden kann.

Dekorative Kunst hat keinen direkten Gebrauchsnutzen im herkömmlichen Sinne, da sie nicht als funktioneller Gegenstand dient. Stattdessen erfüllt sie den Zweck, Räume zu verschönern und ästhetisch zu gestalten. Und zu kommunizieren bzw. Emotionen zu erzeugen.  Das nimmt auch Einfluss auf die bewertbare Qualität.

Leider kann man dekorativen Zweck nur schwer messen, somit fallen entscheidende Faktoren für die Bewertung weg.

Jeder Künstler ermittelt den Preis anders.

Ich möchte ihnen mal grob  verschiedene Variationen zeigen  und diese anhand des Werkes AB0001; der Tänzer durchspielen.

Kurz die Eckdaten : 40/40/2 cm Leinwand; 19,5 Stunden habe ich etwa daran gearbeitet(es ist schwer das zu berechnen, da beim Acryl pouring, die komplette vorbereitete Farbe auf einen schlag aufgetragen wird. Aber man über mehrere Tage hinweg beobachten und immer wieder Handanlegen muss)

wird über eine Galerie angeboten (bedeutet es müssen 19%MwSt. und 50:50 mit ein kalkuliert werden); das Werk wird für 120 €  angeboten, es ist ein originales

Die Materialkosten kann ich nur schätzen, denn ich habe viele verschiedene Farben verwendet.. Aber ich schätze  so knapp 25 €  ist realistisch, denn auch andere Ausgaben wie Miete und Strom müssen prozentual mit einkalkuliert werden, dass sind ja Kosten, die vorab entstehen. 

Online Galerien

Online Galerien geben an aufstrebende Künstler gerne solche Empfehlungen raus:

Eine gängige Praxis für neue Künstler besteht darin, Preise auf der Grundlage von Zeit, Arbeit und Materialkosten festzulegen . Legen Sie einen angemessenen Stundenlohn fest, multiplizieren Sie diesen mit der Anzahl der Stunden, die für die Ausführung der Arbeit aufgewendet wurden, und addieren Sie diesen Betrag zu den Materialkosten. Wenn die Materialkosten beispielsweise 50 US-Dollar betragen, Ihr Stundensatz 20 US-Dollar beträgt und Sie 20 Stunden mit der Erstellung Ihrer Kunst verbracht haben, beträgt der Preis für Ihre Arbeit (50 US-Dollar x 2) + (20 x 20 US-Dollar) = 500 US-Dollar.

ich mache die Rechnung mit dem in Deutschland festgelegten Mindestlohn von 12 €.

12*19,5=234€+(2*25)=284€ -Mein Preis  hier wurde allerdings noch nicht die Galerie oder die Steuer ein kalkuliert.

okay, das ist schon echt heftig. Ich versuchs mal nur mit der Zeit, die ich für Vorbereitung und auftragen verbracht habe (wobei da auch noch diverse Schritte fehlen)

12*4,5=54+(2*25)=104€ okay das würde schon akzeptabel er für meine ziehle sein .. aber auch hier wären die 104€ noch *2 +19 % zurechnen.

104 + 104 + 39,52 =247,52 €

Gängigste Metohde

Ist allerdings anhand des Künstlerfaktors zu rechnen. Allerdings gibt es auch hier ganz unterschiedliche Wege.

Für die Berechnung des Preises eines Kunstwerkes gibt es die Formel: Breite plus Höhe (plus Tiefe) multipliziert mit dem „Künstlerfaktor“ (für angehende akademische Künstler liegt der Faktor bei Gemälden zwischen 5 – 10 und bei Plastiken zwischen 10 – 15* ). Zusätzlich können Sie die Formel um eine Multiplikation mit dem „Kostenfaktor“ ergänzen, um zu berücksichtigen, ob überdurchschnittlich teure Materialien oder andere Kosten angefallen sind (zwischen 0,5 – 1,5: z. B. erhalten Bleistiftzeichnungen eine 0,5 und Ölgemälde eine 1,5). Daraus ergibt sich folgende Formel:

Größe (Breite + Höhe) x Künstlerfaktor x Kostenfaktor

Also erst einmal möchte ich feststellen, dass diese Rechnung Akademiker bevorzugt behandelt und ihnen einem Hören wert zuspricht, obwohl es rein gar nichts über das Können des Künstlers aussagt. Aber okay, weil ich meinen Künstlerfaktor nicht kenne, bin ich auf dem Blitzrechner gestoßen. Dort werde ich mit dem Faktor 4 -5  beschrieben.

(40 + 40)*4*? So ganz verstehe ich das nicht, wie finde ich denn nun den Kostenfaktor heraus? 

Aber auch jetzt fände ich den Preis schon unversehrt hoch. 80 * 4 = 320 €      +320 + 121,60= 761,60 €

 

Interessant ist  der Blitzrechner  Denn ihm Nach  sollte ich 320€ nehmen für dieses Bild wobei die Steuer und die Galerie  Kosten von den 320 € zu tragen wären.

 

Und errechne ich meinen  Künstlerfaktor anhand des festgesetzten Preises (also den 120 €) hätte ich einen Künstlerfaktor von 1,5

Blizrechner

Ich berechne nach Fläche und Material

Zugegeben etwas komplizierter, meine Rechnung, aber in der Excel-Tabelle recht leicht einzupflegen und durch eingab von breite, Höhe und tiefe bzw. Material.

Zunächst rechne ich statt Breite + Höhe. Breite*Höhe um die cm² zu errechnen .. Die sagen an in welche Größenkategorie das Werk einzuordnen ist . Aus der Summe ziehe ich die Wurzel. Runde  ganze auf und rechne es * Material. Diese Summe sagt dann, das, was ich dafür haben möchte . Weil nun mal der Plan herrscht, dass ich über Galerien  veräußere, sind auf alle angegeben Preise der Galerielohn  und 19 % MwSt. mit kalkuliert.

SO ZUSAGEN BERECHNE ICH JE MATERIAL EINEN ANDEREN Faktor:Zum jetzigen Zeitpunkt ..

Zahlen sie bei mir 3€ po cm² Bild ( auf Leinwand).

Bis zu einer Größe von 7000Cm²(davon gibt es im Augenblick 2Werke dort wird wegen der Größe 4 € berechnet … 

Denn allein die Lagerung den Werke ist wesentlich unkomfortabler.

Bei einem Bild auf Sperrholz  zahlen sie 2 € pro cm²  – 20 € da ich bisher keine akzeptable Lösung für die Aufhängung gefunden habe … und der auf der Rückseite befestigte Draht definitiv ein Makel ist.

Auf selbst hergestellter Künstler Pappe wegen des Aufwands  nehme ich hier auch 2€ pro cm²  je nachdem wie gut das Einarbeiten des Drahtes klappt -0 bis -10 €

Und das erwähne ich nur hier an dieser Stelle, es könnte sich also lohnen, vorsichtig, anzufragen, ob der Preis noch verhandelt werden könnte. Das gilt normal als No-Go in der Kunst-Szene, doch ich möchte die Menschen belohnen, die sich die Mühe machen und mein Handeln ,Meine Preise zu verstehen! Selbst verständlich gilt, das nicht Für werke die über eine Galerie verkauft werden.

Achtung!!! Sie müssen einen Preis nennen, den sie angebracht und fair erachten, dabei läuft man schnell Gefahr unverschämt zu werden, und wer unverschämt, ist, bekommt keinen Preisnachlass.

Das bedeutet, dass ich meine Preise nicht nach den eigentlichen Künstlerfaktor berechne, sondern mich in der Preisklasse der Hobbykünstler aufhalte. Nicht weil ich mich so schlecht finde oder ich nicht glaube auch mehr fordern zu können !

  • 01

    Meine generelle Einstellung zu Geld. Ich bin dem Kapitalismus eher abgeneigt! *Alles, was einer mehr besitzt, hat ein anderer weniger."(womit Geld genau genommen schon etwas Asoziales mit sich bringt)

  • Mein Ziel ist es allen Menschen den Zugang zu Kunst zu ermöglichen sich an dem Besitz es einzigartigen zu erfreuen und vielleicht sogar Mehr dafür zu bekommen als einst ausgegeben Nicht nur Menschen, die mehr als genug haben sollen, diese Chance haben.

  • Ausserdem wird ein mensch mit viel geld Sein konsum und damit verbundenen handeln nicht überdenken (zumindest in den meisten fällen nicht)

  • Auch liegt es mit daran das viele meiner werke , noch aus der Zeit stammen bevor ich mich selbständig machte.

Nun können sie Meine Preise und die der anderen vielleicht besser einordnen. Zwar habe ich die Gruppe der Künstler, die nach Gefühl einen Preis veranschlagen. Die ist aber zu unbeständig als sie wirklich zu erklären.

 

Im Allgemeinen sind sehr viele Faktoren mit einzukalkulieren. Wenn sie mehr dazu wissen möchten, empfehle ich ihnen diesen Blog “Was Kostet Kunst”